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Sonntag, 31. Juli 2016

Kita-Eingewöhnung - Meine Erfahrungen

Rucksack done by deer via www.elchkids.de
 
Auf Instagram bin ich so oft danach gefragt worden, wie es bei uns mit der Eingewöhnung in der Kita geklappt hat, dass ich mich entschlossen habe, dazu einen Blogpost zu schreiben:

Eines vorweg: Bei uns hat es super geklappt, wir haben die Entscheidung nicht bereut und würden es - bei unserer Tochter - definitiv wieder so machen!


Aber nun von vorn:
Unsere Tochter ist jetzt 1,5 Jahre alt und besucht seit März an vier Vormittagen pro Woche eine Kinderkrippe. Die Entscheidung haben wir uns damals nicht ganz leicht gemacht: Da ich wieder für ein paar Stunden die Woche arbeiten gehen wollte, haben wir überlegt, ob wir die Zeit in der ich nicht da bin über die Omas abdecken können (die aber auch noch berufstätig sind) oder eben die Kleine in einer Kita anmelden. Da unsere Tochter ein ziemlicher Wirbelwind ist, die andere Kinder liebt und sich auch auspowern will/muss, hatten mein Mann und ich uns für die Kita entschieden - gleichzeitig aber beschlossen, wenn es nicht klappt oder sie sich schwer tut, sie wieder rauszunehmen.

Bei uns in Niederbayern ist es - im Vergleich zu Großstädten wie z.B. München - noch einfacher einen Krippenplatz zu bekommen und wir hatten Glück und bekamen gleich eine Zusage in unserer Wunscheinrichtung.
 
Da ich meine Tochter - bis auf ein paar einzelne Stunden und Nächte bei den Großeltern - bis dahin noch nie in Fremdbetreuung hatte, war ich sehr nervös und im Nachhinein würde ich sagen, dass mir die Trennung schwerer fiel als ihr.


Wir haben mit der Erzieherin für die Eingewöhnung eine Zeit von 3-4 Wochen "geplant" (manche planen dafür auch nur 1-2 Wochen ein) - ich habe für mich persönlich zusätzlich einen Puffer von 2 Wochen eingebaut, bevor ich wieder arbeiten gehen wollte, damit ich nicht unter Druck bin und das auf die Kleine übertragen. In einem Vorgespräch haben wir uns dann erst mal mit der Erzieherin - die die Eingewöhnung gemacht hat - getroffen und ca. eine Stunde über unser Kind gesprochen (Eigenschaften des Kindes, Gewohnheiten, evtl. Allergien/Krankheiten, Besonderheiten...).

In unserer Kita wird für die Eingewöhnung das sogenannte "Berliner Modell" angewandt.
Man findet dazu einige lange (Fach-)texte im Internet, aber ich fasse es für euch mal kurz in meinen Worten zusammen:


Die ersten 3-4 Tage in der Kita ist die Bezugsperson des Kindes - also Mama oder Papa (wichtig: immer dieselbe Person) - mit dabei. Man hält sich mit der Erzieherin und seinem Kind gemeinsam in einem Raum auf, verhält sich als Elternteil aber passiv. D.h. wenn das Kind die Nähe sucht, nimmt man es natürlich in den Arm oder reagiert, aber nicht aktiv von sich aus. An diesen ersten Tagen soll die Erzieherin eine Bindung zum Kind aufbauen, in dem sie ihm Spielangebote macht und die beiden sich "beschnuppern" können, als Basis für die ganze Zeit in der Kita.
Im Nachhinein muss ich sagen, sehe ich das als den "entscheidenden Punkt" warum meine Tochter sich so schnell dort wohlgefühlt hat und es seitdem auch nie Probleme gab.


Mit den Namensaufklebern von Stickerkid habe ich Schuhe und persönliche Sachen versehen


 

Die erste "Trennung" erfolgt dann ca. an Tag 4 oder 5. Diese sollte - wenn das Kind sich wohl fühlt bzw. schnell  beruhigen lässt - ca. 30 Minuten betragen. Wenn das Kind sich nicht wohlfühlt oder sehr weint, wird die Trennung abgebrochen. Ganz wichtig ist, dass man sich vom Kind verabschiedet und sich nicht einfach hinausschleicht, damit das Kind weiß z.B. "Mami geht jetzt einkaufen, holt dich aber danach wieder ab". Unsere Bezugserzieherin hat mir damals gesagt, dass ein kurzes Weinen bei der Trennung am Anfang normal ist, da es für die Kinder etwas Neues ist und man daran auch die starke Bindung zu den Eltern sieht.
An den nächsten Tagen wird die Trennungsphase und auch der Aufenthalt in der Kita immer etwas erhöht.
Unsere Tochter hat die ersten drei Tage kurz geweint, als ich mich verabschiedet habe, sich aber dann wieder schnell beruhigen lassen. Ich war in der Zeit der "Trennung" übrigens in einem Nebenraum und wurde von einer Erzieherin immer nach ein paar Minuten informiert, dass sich die Kleine wohlfühlt. Das war für mich extrem wichtig und hat mir auch Sicherheit gegeben!

Der letzte Schritt bis unsere Maus "eingewöhnt" war, war noch das Schlafen. Für viele Kinder ist das Schlafen sowieso oftmals ein schwieriges Thema. Sich dann an einem noch unbekannten Ort komplett fallen zu lassen und einzuschlafen ist ein großer Schritt. Ich habe von anderen Müttern mitbekommen, dass Kinder in anderen Einrichtungen nur alle gemeinsam zur gleichen Zeit schlafen "dürfen". Davon bin ich ein absoluter Gegner. Vor allem die Kleinen brauchen einfach meist noch mehr Schlaf und halten nicht so lange durch oder sind dann extrem unleidlich. Meine Tochter wird ca. um halb 12 ins Bett gebracht (das ist auch ihre Zeit daheim) und schläft dann bis kurz vor 13, wo ich sie dann abhole. Wir haben im Vorgespräch ihre Schlafzeiten besprochen und mir wurde auch zugesichert, dass wenn es im Bettchen nicht klappt, die Kinder auch mit dem Buggy in den Schlaf "gewagelt" werden.
Das Schlafen dauerte bei unserer Tochter nochmal ca. zwei-drei Tage und dann war die Eingewöhnung quasi abgeschlossen.



Mein Fazit:

Wie eingangs schon geschrieben haben wir unsere Entscheidung nicht bereut: Unsere Tochter freut sich jeden Morgen und läuft schon zur Tür und schreit "Fahr ma". Wenn man sie fragt, ob sie zu den Kindern und ihren Erzieherinnen will beantwortet sie das eigentlich immer mit "Ja!". Sie fühlt sich super wohl und sucht wenn sie müde oder schlecht drauf ist, nach wie vor die Nähe zu der Erzieherin, die die Eingewöhnung gemacht hat (deshalb finde ich die ersten Tage so wichtig!!!). Allgemein würde ich es immer abhängig vom Charakter des Kindes machen: ein Kind, dass sehr schüchtern und ängstlich ist wird sich sicher schwerer tun als so ein kleiner Wildfang. Hier hätte ich dann wahrscheinlich die Option mit den Omas bevorzugt (natürlich geht es bei manchen nicht anders und Kita ist die einzige Möglichkeit, das ist mir klar!)

Das A und O ist für mich auch der laufende offene Austausch zwischen Erzieherin und Eltern! In unserer Kinderkrippe gibt es auch immer wieder Fotos für die Eltern, ein Video wurde gedreht, Veranstaltungen mit den Eltern usw. Ich finde das persönlich super, so mit einbezogen zu werden!



Unser 1. Kita-Tag

So einen offenen Post habe ich wohl bisher noch nicht geschrieben! Da mir das Thema sehr am Herzen liegt und mich so beschäftigt hat, hoffe ich dass ich damit dem ein oder anderen von euch etwas helfen kann!
Es würde mich freuen wenn ihr mir hier  unter dem Post oder bei Instagram einen Kommentar mit euren Meinungen zum Post und Erfahrungen hinterlasst!


Liebe Grüße,
Eure Sonja

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